Yggdrasil

In schamanischen Kulturen des Nordens von Nordamerika, Europa und Asien finden sich ähnliche Vorstellungen des Weltenraums - wie sie von Yggdrasil berichtet werden. In Kult und Mythologie der Germanen und ihrer Nachfahren sind schamanische Spuren vorhanden. Insbesondere bei Odin. 

Das Selbstopfer Odins an Yggdrasil, sein enger Bezug zur Ekstase und sein achtbeiniges Pferd Sleipnir sind Merkmale, die dem Schamanischen sehr nahe stehen. Man kann davon ausgehen, dass der nordische Weltenraum aus einer Zeit stammt, in der er von Schamanen in ihrer praktischen Arbeit genutzt wurde. Kennzeichnet für Weitenbäume dieser schamanischen Kulturen ist die Vorstellung, dass der Weltenraum die Welt in ihrer Gesamtheit darstellt. Somit ist er zugleich auch der erste aller Bäume. 

Er steht im Zentrum der Schöpfung und verbindet die drei Ebenen Himmel, Erde und Unter-Welt (und alle sonstigen Welten, die es gibt) miteinander. Meist ist er mit einer Muttergottheit und Martyrium verbunden. In den verschiedenen schamanischen Kulturen ist die Baumart des Weltenraums unterschiedlich. 

Schamanen nutzen den Weltenraum in ihrer Arbeit zum Aufsteigen und Absteigen, um in die anderen Welten zu gelangen (zu reisen), damit sie dort die Angelegenheiten der Menschen besorgen können. Ödnis Selbstopfer (Martyrium) an Yggdrasil, um an das geheime Wissen (der Runen) in der Tiefe zu gelangen, kann als schamanistischer Initiationsritus aufgefasst werden. 

Eine Esche weiß ich, heißt Yggdrasil. Den hohen Baumnetz weißer Nebel. Davon kommt der Tau, der in die Täler fällt. Immergrün steht er über Ures Brunnen. Davon kommen Frauen, vielwissende. Drei aus dem See dort unterm Wipfel. Und heißt die eine, die andere Verdandi. Sie schnitten Stäbe, Skull hieß die dritte. Sie legten Lose, das Leben bestimmten sie. Den Geschlechtern der Menschen, das Schicksal verkündend. 

                                

Bildquelle ©  Wikipedia

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