Rabenmütter

Als Rabenmütter werden Mütter benannt, wenn durch diese Bezeichung zum Ausdruck gebracht werden soll, dass sie sich zu wenig um ihre Kinder kümmern und auch sonst wenig mütterliche Qualitäten haben. Als Rabenmütter gilt auch, wer sein Kind zur Adoption freigibt, dem Beruf zu viel Zeit und Energie widmet und hierdurch der Verdacht entsteht, dass die Mutter zu häufig abwesend ist und ein Kind nur unzureichend Nähe erhält und dadurch vernachlässigt wird.

Als Gegenstück zur Rabenmutter - gibt es die Gluckenmutter. Die Verhaltensweise der Gluckenmutter ist überfürsorglich, die Kinder sind überbehütet. Kindern von Gluckenmüttern werden auch einfachste Aufgaben abgenommen und ihnen jeder Wunsch erfüllt. Gluckenmütter haben das Bedürfnis, ihre Kinder ständig zu versorgen und beschützen zu müssen, im Extremfall bis zur völligen Überwachung.

Die Gegenüberstellung dieser Beispiele erinnert an Schwarz-Weiß-Sehen. In unserer Zeit ist es weder verwerflich berufstätig zu sein, noch sollte verurteilt werden, wenn die Lebensumstände einer Frau es notwendig machen, ein Kind zur Adoption „frei“ zu geben. Dies kann aus einer großen Verantwortung dem eigenen Kind gegenüber geschehen. Das Verhalten von Gluckenmüttern, kann einen ganz persönlichen Ursprung haben, der sich aus der Lebensgeschichte der Mutter heraus ergibt oder am vorhanden Umfeld, der vorhandenen Lebenssituation, der unbeurteilt bleiben sollte.

Fotolia ShannonK

Anders als mitunter angenommen, werfen Raben ihre Jungen nicht aus dem Nest. Die jungen Raben verlassen jedoch vor Erlangen der Flugfähigkeit aus eigenem Antrieb das Nest. Nach dem Verlassen halten sie sich am Boden auf, wirken unbeholfen und es mag der Eindruck erscheinen, sie seien zu früh sich selbst überlassen worden. Tatsächlich werden die Jungvögel noch einige Wochen lang von ihren Eltern gefüttert und vor Feinden gewarnt. Als Schimpfwort und Metapher verliert der Begriff Rabenmutter gänzlich ihre Berechtigung. In Mexiko bezeichnet man mit dem Wort Mama Cuervo ebenfalls eine Rabenmutter. Diese stellt das Positive ihrer Kinder in den Vordergrund und ist äußerst liebevoll.

<Text: Angelika Schacht, Bild: © ShannoK, Fotolia.de>


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